Nachdem ich jetzt mehrer Facebook Live Interviews bei Allfacebook durchgeführt habe, will ich euch kurz erzählen, mit welchem Setup das ganze passiert. Denn dazu gab es tatsächlich neben den inhaltlichen Aspekten des jeweiligen Interviews die meisten Fragen.

Das ganze Setup ist einerseits kein Hexenwerk und andererseits mit seeeehr überschaubaren Kosten zu realisieren. Doch zuerst einmal:

Die Anforderungen

  1. Facebook Livestreams
  2. Interviewsituationen für Interviewten möglichst einfach (sprich Skype Videochat)
  3. Einblenden von Bildern, Videos und Bauchbinden

Also, ganz klassisch.

Ein Beispiel Live mit RA Carsten Ulbricht seht ihr auf unserer Facebook Seite.

Was brauche ich?

Die Amazon Links (*) in der folgenden Einkaufsliste sind Affiliate Links. Kostet euch also nichts extra, bringt mir aber ein paar Cent, wenn ihr was drüber kauft.

Hier die Einkaufsliste:

  1. Ein Apple Rechner (Macbook oder iMac) – am besten schon vorhanden 😉
  2. CANON EOS 1300D Kit (*) – 403 €
  3. EOS Netzkabel (*) – 17,90 €
  4. Ringleuchte mit Stativ (*) – 87,94 €
  5. Bluetooth Kopfhörer (*) – 114,99 € – siehe Anmerkungen
  6. Rode Mikrofon (*) – 46 € – siehe Anmerkungen
  7. Mikrofonverlängerung (*) – 17,90 €
  8. langes USB Kabel (*) – 6,39 € – jeweils passend für Kamera
  9. LAN Kabel (*) – 6,10 €
  10. Ecamm Live Software – 79 USD

Vorausgesetzt der Rechner ist schon vorhanden, macht das 770 Euro. Mit Änderungen am etwas teuren Sound Setup – mehr dazu weiter unten – lässt sich der Preis um mindestens 100 Euro drücken.

Für 650 – 700 Euro bekommt man das ganze Setup also inklusive Kamera. Wer die Kamera schon hat, ist dann noch mal günstiger mit 200 Euro dabei!

Aufbau

Und wie man alles zusammen steckt:

  1. Ringleuchte nach Anleitung aufbauen
  2. Netzteil an EOS Kamera anschließen
  3. EOS Kamera in Ringleuchte einsetzen
  4. Rechner direkt unterhalb der Ringleuchte aufbauen, so dass ihr einen Blick drauf habt und die Webcam des Rechners euch aufnimmt
  5. Camera per USB mit Rechner verbinden
  6. Skype installieren, wenn nötig
  7. Ecamm Live und Camera Live 2 installieren
  8. Mikrofon an Mikrofon Verlängerungskabel anschließen und das dann in den Rechner
  9. Bluetooth Kopfhörer mit dem Rechner verbinden und Ab ins Ohr
  10. Optional: Rechner per LAN Kabel mit dem Router verbinden

Auf eine Schritt für Schritt Anleitung verzichte ich jetzt Mal, das würde den Rahmen des Beitrags sicherlich sprengen. Aber das meiste dürfte entweder selbsterklärend oder mit Hilfe von Handbüchern / Bedienungsanleitungen und Google zu lösen sein. Im Zweifel fragt ihr einfach noch mal bei mir nach.

In der Regel baue ich alles inklusive Office-Umräumen und Technik-Check unter 30 Minuten auf und auch komplett wieder ab. Das bedeutet, ich habe kein permanentes Studio Setup sondern setze alles nur für die Live-Geschichten so auf.

Anmerkung:

EOS Kamera

Warum nutze ich eine externe Spiegelreflexkamera? Das hat zwei (drei) Gründe.

  1. Ich hab Sie eh schon 😀
  2. Das Bild der eingebauten Apple Facetime Kamera ist grottig (und kann nicht mit wenig Licht umgehen)
  3. iMac Kamera und Ringleuchte, das funktioniert im Aufbau nicht so gut 😀

EOS Netzteil

Theoretisch könnte man natürlich auch mit einem vollen Akku arbeiten. Aber dann ist der Spaß nach 15-20 Minuten vorbei, da im Livebetrieb der Akku schnell aufgibt. Nichts, was man während einer Live-Situation gerne erleben möchte.

Headset / Mikro Setup

Etwas merkwürdig erscheint auf den ersten Blick vielleicht das Mikrofon und Kopfhörer Setup. Und in der Tat kann man hier sicher auch (deutlich günstiger) optimieren. Ich hatte die Bluetooth Kopfhörer bereits, hab dann aber festgestellt, dass das darin verbaute Mikrofon eher schlecht ist. in Verbindung mit Ecamm war der Sound wirklich nicht toll. Also hab ich mir das Rode Mic dazu gekauft. Sicherlich hätte ich mir auch ein anderes kabelgebundenes Headset kaufen können, aber auf so ein Piloten-Headset hatte ich einfach keine Lust. Nur auf das Computer Mic und die Lautsprecher wollte ich auch nicht setzen, da ich dann mit Rückkopplungen rechnen muss und jede Menge Umgebungsgeräuche mit reinbekomme.

Sprintstart

Wer (anders als ich in diesem Blog) bereits seine Webseite bis zum Ende durchoptimiert hat, für den hab ich heute noch einen kleinen Spezialtrick: DNS Prefetch. Lässt sich in wenigen Sekunden implementieren und spart bei hochfrequentierten Seiten jedem Benutzer wenige Millisekunden Ladezeit ein.

Jeder browser kontaktiert vor dem Abrufen einer Resource von einem Server ja zuerst einmal einen DNS Server um dessen IP zu erfahren. Das macht er im Regelfall genau dann, wenn die Resource auch im Seitenaufbau gebraucht wird. Werden nur Daten vom eigenen Server ausgeliefert ist das kein Problem, dann geschieht diese DNS Auflösung genau einmal bei der ersten abgerufenen Seite und wird danach gecached. Werden aber auch Daten von anderen Servern (Goggle Analytics, Facebook Like Button, …) angefordert ist für diese wieder eine DNS Auflösung erforderlich.

Mit dem DNS Prefetch kann ich den Browser schon direkt beim Laden der Seite darauf hinweisen von welchen Domains er sich schon einmal die DNS Daten suchen kann, damit diese dann im Bedarfsfall schon zur Verfügung stehen. Der Browser ist dann schlau genug und führt dieses Prefetching dann durch, wenn er gerade etwas Zeit hat, zum Beispiel weil er noch auf andere Daten wartet. Dieses Prefetching blockiert in diesem Moment nicht die weitere Tätigkeit des Browsers sondern findet asynchron statt.

Ohne Prefetch werden die DNS Daten erst dann gesucht wenn die Resource wirklich gebraucht wird. In diesem Fall blockiert der Fetch den weiteren Ablauf, weil die Resource erst dann gefunden und verarbeitet werden kann, wenn der Browser dessen DNS Daten kennt.

Nehmen wir das Beispiel Biodukte.de. Hier setzen wir sowohl Ressourcen von Google als auch von Facebook ein. Mit dem Prefetch kann der Browser die nötigen Infos schon vorab anfragen:

prefeth

Gerade für die Google Analytics sieht man gut, dass von den insgesamt 646 ms Ladezeit vorab schon einmal über 400 ms für den Prefetch abgefangen werden können. Die Seite ist damit schneller fertig mit dem Laden aller Ressourcen und unter Umständen auch früher für den Nutzer verfügbar.

Im Quelltext bekommt man das ganze sehr einfach eingebunden. Einfach die folgende Zeile im Headerbereich einsetzen:

<link rel="dns-prefetch" href="//host_name_to_prefetch.com">

Wer den IE 9 noch unterstützen muss (oder will) ist auf die folgende zusätzliche Zeile angewiesen:

<link rel="prefetch" href="//host_name_to_prefetch.com">

Einen kleinen Nachteil gibt es noch: Zumindest Chrome führt kein Prefetching durch für HTTPS Domains, da Angreifer so frühzeitig über eine kommende Verbindung informiert wären und entsprechende Attacken vorbereiten könnten.

Image Credits: © Stefan Schurr – Fotolia.com

Warum ich mir kein Nokia Windows Phone kaufen kann

*Ding Dong*. Es klingelt an der Tür und draußen steht ein Spediteur mit einem kleinen Päckchen für mich. Bestellt hatte ich zwar nichts, aber eine Vermutung was in dem Karton sein könnte gab es trotzdem. Über verschlungene Wege hatte sich die Möglichkeit aufgetan einmal ein Nokia Smartphone zu testen. Was mir geliefert wurde: Ein Nokia Lumia 1520.

Über die technischen Highlights dieses Gerätes will ich mich hier gar nicht groß auslassen. Nur soviel: Es ist großartig auf fast allen Ebenen: Display, Kamera, Sprachqualität, Akkulaufzeit. Alles top!

Nach einem gescheiterten Android Testlauf vor zwei Jahren wollte ich mir jetzt nicht die Chance nehmen lassen einen Blick auf Windows Phone 8.0 als Betriebssystem zu werfen. Ansonsten nutze ich auf allen Geräten ein Apple Betriebssystem.

Und ich muss sagen, auch Windows 8 konnte mich als Smartphone Betriebssystem überzeugen. Und das obwohl ich ansonsten an Windows Rechnern in kürzester Zeit graue Haare bekomme. Die Funktionen sind ähnlich wie auch unter iOS. Es gibt kaum etwas, was ich nicht auch vom iPhone schon gewöhnt bin. Hier und da hab ich sogar kleine Neuerungen gefunden, die ich so noch nicht kannte. Erwähnen will ich hier zum Beispiel die enge Verbindung der Windows Kontakte mit ihrem jeweiligen Facebookprofil. Ich brauche also keine extra Facebook App zu öffnen, wenn ich wissen möchte, was gerade im Leben eines Freundes passiert.

Fokusieren am Mac: HazeOver

Fokusieren am Mac: HazeOver

posted in Produktivität on by with No Comments

Ich hab in den letzten Wochen das Tool HazeOver für den Mac ausführlich getestet und bin inzwischen sehr überzeugt davon. Was macht HazeOver? Es verdunkelt alle Bereiche des Desktops, außer dem derzeit aktuellen Fenster.

Das hat für mich einen großen Vorteil: Viel weniger Ablenkung. Der Gedanke „Wo könnte ich denn jetzt noch schnell hinklicken?“ entfällt damit, weil ja nur noch das aktive Fenster im Fokus liegt. Ich kann mich also viel besser auf die entsprechende Aufgabe konzentrieren und diese zu Ende bringen. Danach kann ich dann gezielt die nächste Aufgabe angehen. Ich vergesse quasi, dass in einem anderen Fenster gerade neue Mails auflaufen könnten oder ein Newsticker vorbei rattert.

Dabei läuft die Anwendung völlig automatisch. Ich muss mich also nicht aktiv darum kümmern, dass ein Fenster ausgegraut wird.

RescueTime, mit dem ich meine Produktivität messe, gibt an das ich an Tagen mit HazeOver 5% mehr Zeit produktiv verbringe. Da lohnt sich die Investition von 1,79 Euro ganz schnell.

HazeOver ist im Apple Appstore verfügbar.

 

„Ich hab keine Lust“ – Die zwei Formen der Motivation

Motivation, das ist in der Regel der erste Schritt auf dem Weg zur Produktivität. Wenn wir eine Aufgabe immer weiter aufschieben, dann ist es zumeist, weil uns die Motivation fehlt diese Aufgabe anzugehen.

In der Psychologie unterscheidet man extrinsische und intrinsische Motivation. Bei intrinsischer Motivation bin ich selbst die treibende Kraft, die mich dazu bringt etwas anzugehen. Bei der extrinischen Motivation ist es jemand, der von außen Druck ausübt oder aber auch Belohnung für das erreichen eines Zieles verspricht.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Die studentische Hausarbeit. Warum soll ich mich mit der Ausarbeitung einer freiwilligen Hausarbeit beschäftigen?

Arbeiten unter Druck

Arbeiten unter Druck

posted in Produktivität on by with 1 Reply

In den letzten zwei Wochen habe ich einige Tage als Freelancer in einer Agentur verbracht. Das mache ich eher selten, deshalb war ich um so erstaunter, welche Erfahrungen ich dort über mich und meine Produktivität sammeln konnte.

Zuerst einmal waren es sehr erfolgreiche Tage, ich habe also eine Menge geleistet. Entsprechend habe ich mir überlegt, warum ich so viel geleistet habe und bin auch ein paar Punkte gekommen, die sich von meinem Alltag zu Hause unterscheiden:

  • Druck: Morgens Briefing, Abends Ergebnis präsentieren. Das baut einen ziemlichen Druck auf. Druck der einerseits natürlich hilft sich auf eine Projekt zu fokussieren andererseits auf Dauer aber auch belasten kann.